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"Wie stelle ich mein Unternehmen für Erst-Finanzierer vor?"
29.10.2008, 17:00 UhrNicht erst in Zeiten der Finanzmarktkrise fällt es jungen Technologieunternehmen zunehmend schwer, Finanzierungsmittel zum Unternehmensauf- und -ausbau zu erhalten. Neben dem klassischen Bankkredit gibt es aber durchaus weitere Finanzierungsquellen. Unter dem Motto „Finanzierungsformen für innovative Gründungen“ stellte bwcon in Zusammenarbeit mit dem MAFINEX Gründerverbund Entrepreneur Rhein-Neckar e.V. und der KfW Mittelstandsbank alternative Finanzierungsmöglichkeiten vor.
Zuerst stellte Suzanne López, Senior-Investmentmanagerin der KfW Mittelstandsbank den ERP-Startfonds vor. Die KfW geht hierbei Beteiligungen ein, ohne sich im Regelfall an der Geschäftsführung des Unternehmens zu beteiligen. Voraussetzung ist aber, dass ein weiterer Beteiligungsgeber (Leadinvestor ) sich ebenfalls in mindestens gleicher Höhe beteiligt. Die Funktionsweise des ERP-Startfonds wurde anschließend am Praxisbeispiel der Crinotec GmbH dargestellt, der Geschäftsführer Andreas Fiedler erläuterte den Ablauf des Antragsverfahrens und die Anforderungen an das Berichtswesen.
Die Finanzierungsalternative Venture Capital wurde anschließend von Dr. Tilman Schad, Mitglied der bwcon: Management Coaching Group, vorgestellt. Herr Schad begann seine berufliche Laufbahn bei Hewlett-Packard in Böblingen in der Entwicklungsabteilung. Nach verschiedenen Stationen im Management von HP in den USA und Deutschland führte er 1996 den Spin-out der Engineering Software in das Unternehmen CoCreate. 2003 führte er ein Start-up Unternehmen durch die erste Finanzierungsrunde und unterstütze seither weitere Technologieunternehmen als Coach und Mentor. Aus seinen Erfahrungen mit Venture Capital Gesellschaften und privaten Investoren konnte er den Gründern und jungen Unternehmern einige sehr hilfreiche Empfehlungen mit auf den Weg geben. Der Gründer muss sich frühzeitig darüber im Klaren werden, wie viel Geld er wirklich benötigt. Bei einem Zeitbedarf von einem halben bis einem ganzen Jahr bis zum Abschluss einer VC-Finanzierung muss der Gründer die Suche nach dem geeigneten Investor rechtzeitig angehen, um eine gerechte Bewertung seines Unternehmens sicherzustellen – „Wenn man mit dem Rücken an der Wand steht, wird das Unternehmen billiger.“
Die Auswahl des Investor sollte sehr gut vorbereitet werden. Der Gründer sollte sich gut vorab über den potenziellen Partner informieren. „Machen Sie sich eine Liste, was Sie von Ihrem Kapitalgeber erwarten,“ rät Dr. Schad. „Informieren Sie sich, wie der Investor mit anderen Start-ups umgeht – gerade mit schwierigen Fällen.“ Auch die Exit-Strategie des Investors ist ein wichtiges Kriterium. „Nutzen Sie Netzwerke“ rät Dr. Schad – über Netzwerke erhalten Gründer wichtige Informationen zu Investoren und immer einen weiteren Ansprechpartner, der weitere Hinweise und Informationen geben kann oder auch direkt einen Kontakt zu Investoren herstellen kann.
Der Kontakt zu VC-Investoren sollte möglichst über eine persönliche Ansprache erfolgen. Ein anonym eingesandter Businessplan geht oft in der Masse der Anfragen unter. Wenn man dann einen Präsentationstermin erhalten hat, ist eine umfangreiche Vorbereitung und viel Übung erforderlich. Auch hier kann Dr. Schad aus seinen eigenen Erfahrungen mit Investorengesprächen berichten. „Der Investor kauft das Team.“ - deshalb ist es wichtig, immer als Team aufzutreten und kompetent sowohl die Technologie als auch den Markt darzustellen. Lücken im Team sollte immer offen angesprochen und Lösungsansätze aufgezeigt werden. Wichtig ist es zudem, in der Präsentation den „Kunden-Pain“ und die „Go to Market“ Strategie überzeugend darzustellen und den Vertriebsaufbau zu erläutern.
Beim anschließenden Get-Together konnten die Gründer und angehenden Unternehmer die Referenten weiter befragen und untereinander Erfahrungen austauschen.

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